Studienformen

Welche Studienformen gibt es aktuell?

Bei vielen Studenten herrscht Verwirrung darüber, welche Studienform die beste für sie ist. Schaut man sich um und betrachtet sich die Vielzahl heutiger Studienmöglichkeiten, wird deutlich, dass die Entscheidung für einen Bachelor-, einen Master-, einen Magister- und einen Diplomstudiengang gar nicht so einfach ist.

Immerhin kann man im Bereich des Studium nicht nur zwischen verschiedenen Fächern, sondern auch zwischen unterschiedlichen Studienformen wählen. Vor allem die Tatsache, dass man immer noch Magister- und Diplomstudiengänge findet, verwirrt viele. Dies hat aber damit zu tun, dass man vor einiger Zeit damit begonnen hat, in Deutschland bestimmte Standards für Studiengänge festzulegen. Bachelor- und Master-Studiengänge sind international ausgerichtet und standardisiert. Für Studenten hat dies den Vorteil, dass sie nach Abschluss des Studium auch international tätig werden können. Momentan laufen die Magister- und Diplomstudiengänge aus und sollen ab 2010 nicht mehr angeboten werden, bereits seit 2002 gab es die ersten Bachelor- und Master-Studiengänge. Alternativ dazu erfreut sich die Studienform des Studium Generale in den letzten Jahren wieder einen hohen Beliebtheit.

Klassicherweise unterscheidet man zwischen den Studienformen: Abendstudium; Wochenendstudium; Traineestudium; Onlinestudium; Fernstudium; klassisches Vollzeitstudium

Bachelor-/Master-Studiengänge

Studiengänge in Bachelor und Master werden mittlerweile an allen Hochschulen angeboten, vollkommen egal, ob es sich um eine Fachuniversität oder eine allgemeine Universität handelt. Beide Studienformen orientieren sich am angelsächsischen Modell der „gestuften Abschlüsse“. Hat man sich für eine Studienrichtung entschieden, belegt man zunächst die Studienfächer in einem 6- bis 8-semestrigen Studium und schließt dieses dann mit dem „Bachelor“ ab. Hierbei handelt es sich um einen ersten berufsqualifizierenden Hochschulabschluss. Anschließend ist es möglich, weitere 2 bis 4 Semester zu studieren und dann einen „Mastergrad“ als zusätzlichem Abschluss zu erhalten.

Die neuen Studiengänge Bachelor und Master haben ganz bestimmte Kriterien. Neu ist zum Beispiel, dass es eine Modularisierung des Studienplans und die Einführung eines Leistungspunktesystems gibt. Sofern man einen Bachelor- oder Master-Studiengang belegt, kann man dadurch, dass die Studieninhalte international ausgerichtet sind, auch im Ausland oder in einem Unternehmen, welches für ausländische Kunden tätig wird, arbeiten.

Diplom-Studiengänge

Bei einem Diplom-Studiengang ist charakteristisch, dass man hier Fächer aus dem Bereich Naturwissenschaft, Ingenieurwissenschaft, Wirtschaft und Sozialwissenschaft belegt. Meistens ist es so, dass Studiengänge in diesen Bereichen noch durch eine Diplomprüfung abgeschlossen werden. Dies soll sich aber bald ändern.

Der erste Teil des Diplom-Studiums beschäftigt sich mit dem so genannten Grundstudium, das mit einer Prüfung abgeschlossen wird, bei welcher man bei erfolgreichem Bestehen das Vordiplom erhält. In der Regel dauert dieses Grundstudium vier Semester. Anschließend wird der Studiengang durch das 4- bis 5-semestrige Hauptstudium fortgesetzt. In diesen kann man sich in den meisten Studienfächern auf eine Vertiefungsrichtung spezialisieren. Abgeschlossen wird der Diplomstudiengang mit der Diplomarbeit und der Diplomprüfung.

Magister-Studiengänge

Auch Magisterstudiengänge sind in der Hochschul-Welt noch anzutreffen. Vor allem in den Bereichen Sprach- und Kulturwissenschaften, manchmal aber auch in den Sozialwissenschaften und den Wirtschaftswissenschaften wird diese Studienform angeboten. Oftmals findet man Magisterstudiengänge auch an Kunst- und Musikhochschulen. Im Bereich der Naturwissenschaften und Ingenieurwissenschaften ist der Magister aber selten.

Insgesamt dauert das Magisterstudium in der Regel 8-10 Semester und beinhaltet immer mehrere unterschiedliche Einzelfächer, welche in einer Fächerkombination studiert werden. Eines dieser Fächer wird als Hauptfach belegt, die anderen gelten als neben Fächer und können frei gewählt werden.

Eigenständige Studiengänge oder das Gleiche?

Für die Studienwelt ist charakteristisch, dass sich das Angebot der Hochschulen ständig ändert. Vor allem die Internationalität sowie die Anforderungen, welche die Berufswelt an Absolventen stellt, sind wichtige Faktoren, die dazu führen, dass das Studienangebot einem ständigen Wandel unterliegt. Da es immer häufiger vorkommt, dass Studenten, welche in Deutschland studieren, im Ausland arbeiten möchten, hat man sich 1999 darauf geeinigt, ab 2002 ein neues Studiensystem einzuführen. Das Diplom soll durch den Abschluss des Bachelor abgesetzt werden.

Sowohl im Aufbau als auch in der Art des Abschlusses muss man das Diplom-Studium klar vom Bachelor-Studium unterscheiden. Es wurde also keinesfalls nur eine neue Bezeichnung gewählt. Die Entscheidung, welche durch das Kultusministerium 1999 gefällt wurde, hat weitreichende Konsequenzen. Betrachtet man sich den Diplomstudiengang, so fällt auf, dass dieser zweigeteilt ist. Nachdem man das Grundstudium in den ersten beiden Jahren belegt und das Vordiplom erreicht hat, wird das Hauptstudium mit weiterführenden Praktika sowie Vorlesungen begonnen. Allerdings wird der Besuch der Vorlesungen nicht dokumentiert. Es obliegt also dem Studenten selbst, ob er das dort erworbene Wissen später richtig anwendet. Nur dann, wenn alle notwendigen Praktika absolviert wurden, wird man zur Diplomprüfung zugelassen. In dieser findet man viel mündliche Prüfungen, welche innerhalb eines bestimmten Zeitraums abgelegt werden müssen. Anschließend gibt es noch eine halbjährige Diplomarbeit, die in einem ausgewählten Fachgebiet stattfindet.

Sieht man sich dahin gegen das Bachelorstudium an, fällt auf, dass dieses in der Regel nur drei Jahre dauert und einen berufsqualifizierten Abschluss darstellt. Hat man den Bachelor erreicht, kann man auch weiter studieren und beispielsweise seinen Master machen. Damit ist das Bachelorstudium ein wenig kürzer als das Diplomstudium, beide sind jedoch modular aufgebaut. Das Bachelorstudium wird in einzelne Abschnitte, die so genannten Module, unterteilt. Diese Module kann man in beliebiger Reihenfolge abarbeiten. Bei jeder Lehrveranstaltung gibt es Abschlussprüfungen, welche man bestehen muss, um eine bestimmte Anzahl an Credits zu bekommen. Damit man zu einem Bachelorabschluss kommen kann, muss man mindestens 180 Credits erreichen. Pro Semester gilt es im Durchschnitt also, 30 Credits zu erreichen. Was den Bachelorstudiengang vom Diplomstudiengang unterscheidet, sind vor allem die zentralen Abschlussprüfungen, welche beim Bachelorstudiengang nicht stattfinden. Dafür muss man aber eine große Menge an kleinen Zwischenprüfungen für jede Lehrveranstaltung absolvieren. Abgeschlossen wird das Bachelorstudium dann mit einer Bachelor-Arbeit, der so genannten Thesis, welche in etwa mit der Diplomarbeit verglichen werden kann, aber um einiges kürzer ist.

Kann man zwischen den Studiengängen tauschen

Oftmals stellen Studenten sich die Frage, ob sie zwischen einem Diplom- oder Magister-Studiengang und einem Bachelor-Studiengang tauschen können. Hierzu kann so viel gesagt werden, dass zu Beginn des Studiums diese beiden Studiengänge zwar identisch sind, aber mit dem fortlaufenden Studium erhebliche Unterschiede auftreten. Möchte man vom Bachelor- in den Diplom-Studiengang wechseln, ist dies mit viel Arbeit verbunden, denn man muss einiges nachholen, was nicht zuletzt daran liegt, dass das Diplomstudium deutlich länger als das Bachelorstudium ist.

Ein umgekehrter Wechsel ist zwar um einiges einfacher, allerdings kann es sein, dass man jede Menge Einzelprüfungen in den verschiedenen Modulen nachträglich ablegen muss. Man könnte aber versuchen, in seinem Wunschfach an der Universität durch seine Leistungsnachweise eine Einstufung in ein höheres Fachsemester zu bekommen. Über die Anrechnung der Studien- und Prüfungsleistungen kann man dann als Quereinsteiger gelten.

Wie kann ich promovieren?

Die Frage danach, ob man mit dem Bachelor promovieren kann, ist leicht beantwortet. Auch wenn viele Studenten jetzt darüber enttäuscht sein werden - eine Doktorarbeit, die auch Promotion genannt wird, kann durch einen Bachelor alleine nicht abgelegt werden. Entweder muss man ein Diplom nachweisen oder aber nach dem Bachelorstudiengang noch seinen Master machen.

Die Vorteile der neuen Abschlüsse

Die Vorteile, welche man durch die neuen Abschlüsse hat, liegen klar auf der Hand. Für den Studenten bieten sich natürlich bei einem Bachelorabschluss die kurze Studiendauer, die Praxisorientierung sowie der frühe Berufseintritt an. Außerdem geben einem die neuen Studiengänge auch die Möglichkeit, neue Studienziele in die Curricula aufzunehmen. Das bedeutet für Studenten internationale Inhalte, Moderationskompetenz, soziale Kompetenzen, sowie moderne Arbeitstechniken.

Durch die neu geschaffenen Strukturen gibt es auch eine Vielzahl an Möglichkeiten der fachlichen Vertiefung. So gibt es sowohl die fachspezifische Vertiefung, wie beispielsweise Bachelor of Engineering mit Master of Engineering, als auch fachübergreifende Formen, indem man etwa einen Bachelor of Engineering mit einem Master of Business Administration kombiniert. Als deutscher Student bekommt man zudem die Chance, eine abgeschlossene Studienphase im Ausland zu absolvieren und dadurch Erfahrungen im Ausland zu sammeln. Für ausländische Studenten ist es hingegen möglich, dann, wenn sie in ihrem Heimatland den Bachelor-Abschluss erworben haben, ihre Ausbildung mit einem deutschen Master-Abschluss zu vervollständigen.

Ein weiterer Vorteil bei den neuen Abschlüssen ist das Leistungspunktesystem. Für bestandene Prüfungen bekommt man so genannte Credits gutgeschrieben. Diese kann man dann einsetzen, wenn man das Studienfach wechselt oder sich für einen anderen Studiengang entscheidet. Manchmal ist eine bestimmte Anzahl an Credits sogar eine Voraussetzung dafür, ein bestimmtes Studium, meistens ein Zweitstudium, aufnehmen zu können.

Warum kam es zu der Umstellung?

Der Grund, warum die neuen Abschlüsse eingeführt wurden, besteht darin, dass man weltweit einheitliche Abschlüsse schaffen wollte. 1999 haben die europäischen Wissenschaftsminister in der „Bologna-Erklärung“ beschlossen, dass es fortan einheitliche und vergleichbare zweistufige Studienstrukturen geben soll. Konkret bedeutet dies, dass man durch die Umstellung auf Bachelor und Master ein einheitliches System geschaffen hat. Die Leistungen einzelner Studiengänge sind damit auch international vergleichbar.

Studenten, die einen Bachelor- oder Master-Studiengang mit Erfolg belegt haben, können sich so auch bei ausländischen Firmen bewerben und haben keinerlei Nachteile. Insgesamt möchte man es sowohl den Studenten als auch den Unternehmen, welche später die Studenten beschäftigen werden, leichter machen, einzelne Leistungen miteinander zu vergleichen.

Wie unterscheiden sich die Zulassungsvoraussetzung

Die Zulassungsvoraussetzungen für die neuen Abschlüsse haben sich zwar nicht verändert, allerdings achtet man jetzt darauf, eine kontinuierliche Leistung der Studenten abzurufen. Dass es höhere Leistungsanforderungen gibt kann so zwar nicht gesagt werden, doch immer nach Abschluss eines Moduls und nicht erst gegen Ende der Studienzeit müssen Leistungen erbracht werden, anhand derer man feststellen kann, wie weit der Student in seinen Fächern fortgeschritten ist.

Möchte man ein Bachelorstudium aufnehmen, so gelten jetzt die Zugangsvoraussetzungen, die es bisher für einen Studienstart gehabt. Beim Masterstudium ist es hingegen erforderlich, einen ersten Hochschulabschluss, wie etwa einen Bachelor oder Diplom, nachzuweisen. Hier müssen außerdem noch weitere spezifische Leistungen oder Fähigkeiten nachgewiesen werden können. Dies könnten in etwa besondere Noten in einschlägigen Fächern, Praxiserfahrung oder Fremdsprachenkenntnisse sein. An machen Hochschulen ist auch ein Studium ohne Abitur möglich, etwa durch die Absolvierung der Hochschulzugangsprüfung / HZP.

Wie wird die Qualität der Studiengänge überprüft?

Für viele Studenten ist es wichtig, dass nach dieser Umstellung stets die Qualität des Studiengänge von einer unabhängigen Stelle überprüft wird. Hierfür haben die Länder den Akkreditierungsrat gegründet. Dessen Aufgabe ist es, so genannte Akkreditierungsagenturen zu genehmigen, welche dann jeden neuen Bachelor- und Master-Studiengang überprüfen. Sowohl Wissenschaftler, als auch Studenten und Berufsvertreter schauen sich diesen Studiengang gemeinsam an und geben dann, wenn die Qualität hier gewährleistet ist, das Gütesiegel des Akkreditierungsrats. Anschließend werden die Studiengänge noch einmal von den Wissenschaftsministerien genehmigt.

Allerdings bedeutet das Fehlen einer Akkreditierung nicht automatisch, dass es hier eine schlechte Lernqualität gibt. Momentan gibt es so viele Anträge von Universitäten, dass die Agenturen meistens mit dem Prüfen nicht nachkommen. Man sollte aber auch immer selbst hinsehen, ob die Universität in dem von einem gewählten Studiengang Qualität versprechen kann. Fragen, die man sich zur Qualitätsprüfung stellen sollte, sind beispielsweise, ob es eine Kooperation mit ausländischen Universitäten gibt, ob Praktika vorgesehen sind und welchen Eindruck man über die Webseite oder die Broschüre erhält.

Welche Abschlüsse gibt es jetzt?

Das Ziel der Kultusministerium ist es, dass es bald nur noch Bachelor und Master gibt. Ab 2010 soll dies verwirklicht werden, Diplom und Magister sind dann nur noch Auslaufmodelle. Abschlüsse, welche es dann bundesweit geben soll, sind folgende:

1. Bachelor/Master of Science
(Fächergruppen Mathematik, Naturwissenschaften, Agrar-, Forst- und Ernährungswissenschaften)

2. Bachelor/Master of Engineering
(Fächergruppe Ingenieurwissenschaften)

3. Bachelor/Master of Arts
(Fächergruppen Wirtschaftswissenschaften, Sprach- und Kulturwissenschaften, Sport, Sportwissenschaft, Sozialwissenschaft, Kunst und Kunstwissenschaft)

4. Bachelor/Master of Laws
(Fächergruppe Rechtswissenschaften)

Komplette Liste an Bachelor und Masterabschlüssen



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