Studium Umweltpsychologie

Als noch recht junge Teildisziplin der Psychologie befasst sich die Umweltpsychologie mit der Beziehung zwischen Mensch und Umwelt. Es wird das Erleben und Verhalten des Menschen im Kontext seiner Umwelt analysiert, bewertet, vorhergesagt und beeinflusst. Mit dem Aufkommen eines umfassenden Umweltbewusstseins in den 60er Jahren entwickelte sich diese Teildisziplin der Psychologie zunächst in Großbritannien und den USA und erlangte in den 70er Jahren auch in Deutschland eine wichtige Funktion. Erfolgreich ist die Umweltpsychologie nur in Verbindung mit anderen Fachbereichen, wie der Verkehrs- und Architekturpsychologie, Teilbereichen der Soziologie, Ökologie und Geographie, der Stadtplanung, Juristik und Medizin. Psychologen, die sich auf diese Disziplin spezialisieren, arbeiten daher eng mit anderen Wissenschaftlern zusammen, was die Umweltpsychologie zu einem interdisziplinären Fachbereich der Psychologie macht.

- Fragestellungen in der Umweltpsychologie

- Methoden und Verfahren

- Berufsaussichten für Absolventen

Fragestellungen in der Umweltpsychologie

Im Zentrum dieser Teildisziplin stehen die Interaktion zwischen Mensch und Umwelt, der Einfluss der Umwelt auf den Menschen und der Einfluss des Menschen auf seine Umwelt. Hierbei bezeichnet der Begriff Umwelt nicht nur die natürliche Umwelt des Menschen, sondern auch die von ihm geschaffene soziokulturelle Umwelt. Zu ihr gehören Gebäude, Einrichtungen, Verkehrskonzepte und vieles mehr. Ein Modell zur Einteilung der Umwelt erfolgte durch den Psychologen Hellpach. Nach Hellpach gibt es eine natürliche, eine soziale und eine kulturelle Natur. Die beiden letzteren werden vom Menschen bewusst oder unbewusst geschaffen, bewahrt und ständig verändert. Dieses breite Forschungsfeld deutet die Vielfalt der Fragestellungen an, mit der sich Umweltpsychologen in ihrem Arbeitsalltag beschäftigen. Je nach Arbeitgeber oder Forschungsschwerpunkt finden Sie Strategien des Umerlebens der den Menschen umgebenden Umwelt. Die Umweltwahrnehmung ist besonders dort wichtig, wo Lärm, Hektik oder andere unangenehme Faktoren das Lebensgefühl der Menschen beeinflussen. Diese und ähnliche Faktoren werden auch als Umweltstressoren bezeichnet. Weitere Themengebiete sind der Umgang mit der Knappheit von Ressourcen, das Umweltbewusstsein und die Umweltplanung.

Methoden und Verfahren

Feldforschung ist eine wichtige Methode der Umweltpsychologie und gibt den Psychologen die Möglichkeit, Gemeinsamkeiten bei der Reaktion auf Umweltveränderungen oder -einflüsse zu erkennen. Durch die Datenerhebung mittels Fragebogen werden Studien erstellt, aus denen andere Disziplinen ihr Handeln ableiten können. Besonders Städteplaner greifen häufig auf das Wissen und die Erkenntnisse von Umweltpsychologen zurück, um ein wohnliches Umfeld für die Bürger einer Stadt zu schaffen. Eine wichtige Funktion kommt auch dem Umweltschutz zu. Hierbei werden zunächst das Bewusstsein für Umweltfragen und die Bereitschaft zum aktiven Umweltschutz erforscht. Anschließend können daraus Strategien zur Stärkung eines solchen Bewusstseins in der Bevölkerung erarbeitet werden. Auch das Zusammenspiel aus Umweltbewusstsein und Umwelthandeln wird beobachtet. Allgemein ist die Umweltpsychologie eher problemorientiert und hebt sich dadurch von vielen anderen Teildisziplinen der Psychologie ab, die deutlich theorieorientierter sind.

Berufsaussichten für Absolventen

Ein Bedarf an Umweltpsychologen besteht in ganz unterschiedlichen Einrichtungen und Institutionen. Einerseits werden Forschungsergebnisse von Behörden, Vereinen und Organisationen genutzt. Städteplaner erfragen die Veränderungen, die bauliche Maßnahmen mit sich bringen können, und bei gerichtlichen Verfahren treten Umweltpsychologen als Gutachter auf. Sobald Konflikte zwischen Interessengruppen entstehen, können Psychologen als Mediatoren auftreten und zu einer Lösung des Konflikts beitragen. Allgemein sind Umweltpsychologen eher beratend tätig und arbeiten nur für einen vorher festgelegten Zeitraum für eine staatliche Einrichtung, einen Verein oder eine Organisation. Sie sind in den meisten Fällen freiberuflich tätig.

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