Freie Hochschule Stuttgart

© davis- Fotolia.com

Die Freie Hochschule Stuttgart ist eine private Hochschule. Sie wurde 1928 gegründet und bildet seitdem Lehrer für Waldorf- und Rudolf-Steiner-Schulen aus. Bis in die 70er Jahre des 20. Jahrhunderts war die Freie Hochschule die einzige deutsche Ausbildungsstätte für Waldorfpädagogik. Heute werden dort Lehrer aus allen Ländern der Welt ausgebildet. Die staatliche Anerkennung der Freien Hochschule Stuttgart bezieht sich auf die vierjährige Ausbildung zum Klassenlehrer und die Zusatz- bzw. Ergänzungsstudiengänge, die ein bis zwei Jahre dauern.

An der Freien Hochschule Stuttgart findet die Lehrerausbildung für über eintausend Waldorfschulen weltweit statt. Die Besonderheit der Waldorfschulen liegt in einem Menschenverständnis, das sich an der altersgemäßen Entwicklung junger Menschen zu selbstbewussten Persönlichkeiten orientiert. Ziel der Waldorfschulen ist wie bei anderen Schulen auch die Hinführung zu allen möglichen Schulabschlüssen, wobei aber das kreative Potenzial und die seelische Entwicklung ein besonderes Augenmerk genießen und entsprechend gefördert werden sollen.

Die erste Waldorfschule wurde 1919 gegründet. Grundlage der Waldorf-Philosophie ist das anthropologisch begründete Menschenbild. Die an der Freien Hochschule Stuttgart angebotenen Studiengänge legen deshalb einen besonderen Wert darauf, den zukünftigen Lehrern und Lehrerinnen die Kompetenz zu vermitteln, in jedem einzelnen Schüler einen individuellen Menschen mit besonderen Fähigkeiten in Bezug auf Denken, Fühlen und Wollen zu sehen und diese jeweils höchstpersönlich vorliegenden Begabungen zu fördern. Insbesondere geschieht dies durch das Eingehen auf die Dynamik jeweiliger Alters- und Reifestufen der Kinder und Jugendlichen.

Neben der Lehrerausbildung ist die Freie Hochschule Stuttgart auch ein Zentrum der Forschung über pädagogische Anthropologie. Schwerpunkte der an der Hochschule betriebenen Forschungsprojekte sind Fragen, die mit Methodik und Didaktik, aber auch anthropologisch geprägter Philosophie zu tun haben. Dabei wird an der Hochschule vor allem Wert darauf gelegt, Theorie und Praxis miteinander zu vereinen. So sollen anthroposophische Fragestellungen und Antworten jeweils daran gemessen werden, welche praktischen Verbesserungen diese zur pädagogischen Arbeit vor Ort leisten können.

Das an der Hochschule Stuttgart angebotene "grundständige Studium" zielt in einem konsekutiven (aufeinander aufbauenden) Studiengang auf die Abschlüsse Bachelor "Waldorfpädagogik" (drei Jahre) und den anschließenden Master "Klassen- und Fachlehrerin und -lehrer in der Waldorfschule" (zwei Jahre) ab. Die Studienzeiten können verkürzt werden, wenn anrechenbare Studienleistungen vorliegen. Voraussetzungen zur Einschreibung sind Abitur oder Fachabitur. Auch wenn ein Meisterbrief und ausreichende Berufserfahrung vorhanden ist, kann in vielen Fällen der Zugang zur Hochschule gewährt werden. Für Akademiker, die bereits ein Lehramtsstudium erfolgreich abgeschlossen haben, wird der Masterstudiengang als Aufbaustudiengang angeboten.

Des Weiteren werden hier Seminarstudiengänge, Oberstufenlehrerstudiengänge und Eurythmiestudiengänge angeboten. Die Eurythmie versteht sich als eine Kunst, in der Dichtung und Musik sichtbar gemacht werden sollen durch menschliche Bewegungen. Im Sinne der Waldorf-Philosophie soll diese dazu beitragen, in jedem einzelnen Menschen dessen schöpferische Kräfte zu entwickeln und die Wahrnehmung zu sensibilisieren. Eurythmie macht auch an der Freien Hochschule Stuttgart deshalb einen wichtigen Teil der Eigenschaften aus, die die Ausbildung zu Lehrern für Waldorf- und Rudolf-Steiner-Schulen auszeichnen.

Weblink: www.freie-hochschule-stuttgart.de


Impressum / Datenschutz

© FH-Studiengang.de 2019 - Alle Angaben ohne Gewähr

Cookies helfen uns bei der Bereitstellung unserer Dienste. Durch die Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Mehr erfahren